Ein Interview

Zum Thema „Franchise“ mit Jan Schmelzle

Bild: Quelle Deutscher Franchiseverband e.V.
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Jan Schmelzle

Geschäftsführer des Deutschen Franchiseverbandes


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Deutscher Franchiseverband e.V.

Luisenstraße 41

D-10117 Berlin

Tel.: +49-30-278902-16

schmelzle@franchiseverband.com

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Wer denkt beim Thema „Franchise“ nicht als erstes an das große M oder die prägnante Krone? Das sind wohl die wenigsten. Zu Recht denn die Systemgastronomie ist die Mutterbranche des modernen Franchising. Wo sonst lassen sich Abläufe so gut Standardisieren wie in der Küche? Es verwundert also nicht, dass die Gastronomie noch immer eine der führenden Branchen im Franchising ist. Doch wie sieht das in Zukunft aus? Wie können Gastrounternehmen vom Franchising profitieren, welche Herausforderungen werden zu meistern sein? Und was tut der Franchiseverband für Unternehmer, die ihr Gastrokonzept erfolgreich multiplizieren möchten? Das haben wir Jan Schmelzle, Geschäftsführer des Deutschen Franchiseverbandes, gefragt.

Warum ist die Systemgastronomie so erfolgreich?

"Ganz gleich, ob die eigene Idee via Franchising multipliziert wird oder sich als Partner an ein Gastrokonzept angedockt wird, die Entwicklung zeigt, dass die Systemgastronomie ein enormer Wachstumstreiber innerhalb der Gastroszene ist. Das wundert nicht, denn die Menschen mögen vertrautes in gleichbleibender Qualität, das schnell verfügbar ist. Und zwar in einem Umfeld, das alle Sinne an- und ein besonderes Erlebnis verspricht."


Wie genau meinen Sie das?

"Gastronomie ist stark mit einer Erwartungshaltung des Kunden verknüpft, die er zurecht befriedigt sehen möchte. Die Erwartungen beziehen sich dabei auf die Qualität der Küche, des Services sowie auf atmosphärische Gesichtspunkte. In der Kombination mit verändertem Kundenverhalten - kürzere Verweildauer, höhere Frequenz, stärkeres Tagesgeschäft - ist die Systemgastronomie eine starke Antwort."


Und warum muss es Franchise sein?

"Muss es natürlich nicht. Doch wer sicher gehen möchte, dass Betrieb und Prozesse an allen Standorten in gleicher Form umgesetzt werden und zu dem wachsen möchte, der kommt am Geschäftsmodell Franchising sicherlich nicht vorbei. Dazu gehört unbedingt auch der einheitliche Marken- und Marktauftritt. Vom Systemgeber erfordert eine solche Markenführung ein strukturiertes Qualitätsmanagement, das durch ein professionell arbeitendes Franchisesystem gewährleistet wird."


Was sind denn aktuelle Herausforderungen für Systemgastronomen im Franchising?

"Tatsächlich können die bestehenden Herausforderungen auf fast die gesamte Franchisewirtschaft übertragen werden. Wir sehen uns aktuell nahezu einer Vollbeschäftigung gegenüber. Auch die nur gering ausgeprägten Gründerkultur in Deutschland fordert die Franchisesysteme immer wieder heraus, denn schließlich müssen passende Franchisepartner gefunden und gehalten werden. Ein Mangel an möglichen Partnern kann expansionshemmend wirken. Hinzu bremst der allgegenwärtige Fachkräftemangel weiter aus. Dennoch sehe ich hier auch für die Systemgastronomie eine Chance und einen Wettbewerbsvorteil, sich als attraktive Arbeitgebermarke auf dem Markt zu präsentieren. Franchising als partnerschaftliches Geschäftsmodell kann bei dieser Markenstärke natürlich wunderbare Synergien erzeugen."


Wie unterstützen Sie von Verbandsseite eigentlich Franchisegeber und ihre Partner?

"Nun, unsere Stärke ist das Netzwerk. Unter dem Dach des Franchiseverbandes kommen Unternehmen aus nahezu allen Branchen zusammen. Sei es der Dienstleistungssektor, der Handel, das Handwerk oder eben der Gastro- und Freizeitbereich. Und damit natürlich auch Unternehmen unterschiedlicher Altersstufen. Da sind die Urgesteine ebenso dabei wie das junge Startup. Das wiederum hat den Vorteil, dass voneinander gelernt werden kann. Und dabei sind es sicherlich nicht immer die etablierten Systeme die Input liefern. Es ist ein offener Knowhow-Transfer in alle Richtungen. Darüber hinaus beraten wir natürlich u.a. Unternehmer, die planen zu franchisieren. Unseren Mitgliedern bieten wir erprobte Praxishilfen an, die in Gremien und Ausschüssen entstanden sind – quasi aus der Praxis für die Praxis. Und natürlich unterstützen wir auch ganz konkret bei der Leadgenerierung. Der Systemfinder auf unserer Website ist eine Art virtueller Messestand, über den sich unsere Mitglieder Gründungsinteressenten vorstellen können. Das ist natürlich nur ein Teil unserer Arbeit als Interessenvertretung. Wer möchte, ist herzlich eingeladen, uns beim Food & Concept Court oder einer unserer zahlreichen Veranstaltungen kennenzulernen."