Kolumne

TRETMINE MEHRWEG-BOX

Ein Beitrag von Stephan Weber | WEBER Packaging GmbH

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TRETMINE MEHRWEG-BOX

Sie kennen das Problem: Entscheidet sich ein Kunde spontan im Restaurant, seine nicht verzehrten Produkte einpacken zu lassen, dann darf eine mitgebrachte Verpackung nicht in die Küche wandern und dort befüllt werden. Deshalb nimmt jeder Gastronom dafür etwas, was er schon hat und packt das Doggybag hiermit.

Rein theoretisch könnte ein Gastronom zwar versuchen, eine Mehrweg-Box anzubieten, die man als Kunde noch anderweitig nutzen kann. Etwa dadurch, daß man mit ihr auch zu seinem Metzger oder Supermarkt geht in der Hoffnung, sie würde dort auch Verwendung finden können. ––> Berührungsloses Befüllen, Tara usw.

Wieder im ursprünglichen Restaurant angelangt, könnte dann per Direkttausch im separaten Warenstrom des benutzen Geschirrs eine neue Box ausgegeben werden. Mit dem Ergebnis, daß die zurückgegebene nochmals zu spülen und zu begutachten wäre, ob sie denn noch intakt sei usw.

Wer soll das bei der aktuellen Personaldecke noch machen?

Die heutigen Mehrweg-Verpackungen sind derart leicht, daß sie in der herkömmlichen Spülmaschine umherfliegen, wenn sie nicht zusätzlich durch einen Korb fixiert werden. Zudem muß der zuvor mit Flüssigkeit gereinigte Behälter auch erst wieder komplett getrocknet sein, um eine Nachverkeimung zu verhindern, bevor man ihn wieder dem Mehrweg-Kreislauf zuführen kann.

Wer entscheidet, ob oder wann eine solche Box nicht mehr ausgegeben werden kann? Möglicherweise wurde in dieser zuvor geschnitten und es sind entsprechende Schnittrillen zu sehen. Wer leistet dann Ersatz und bezahlt diesen? Ganz zu schweigen von Tomatensoße, die – aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit der Boxen – nicht mehr ganz raus geht.

Möchten wir mit einem sprichwörtlichen Rucksack aller Eventualitäten dann überhaupt noch spontan essen gehen? Mit einem gespülten (!) Mehrweg-Becher vom Bäcker, der Dose vom EDEKA Markt und

der Mehrweg-Verpackung vom Lieblingsitaliener!? – Ich persönlich möchte das nicht.

Unser Unternehmen hat bereits um die Jahrtausendwende mit Mehrweg-Menüschalen zum Preis von damals DM 15,00 eigene Erfahrungen gemacht: Bei einem Einkaufspreis von DM 12,50 konnte der Gastronom am Ende nur DM 5,00 Pfand nehmen! Was für ein ‚tolles‘ Geschäftsmodell.

Also Finger weg von solchen Tretminen! Wenn so etwas funktionieren würde, hätten es andere Anbieter im Deli-Bereich schon längst gemacht.

Was jedoch Sinn macht ist, tatsächlich generell anzubieten, daß Portionen, die nicht verzehrt worden sind, entsprechend eingepackt und mitgegeben werden können. Das hilft zumindest mal der Lebensmittel-Verschwendung von heute rund 30 Prozent proaktiv entgegen zu wirken. Und dafür hätten wir dann tatsächlich auch verschiedene Lösungen, die sich auch mehrfach verwenden lassen.