Erfa Care

Verpflegungskonzepte

21. und 22.11.2018 Niederlande

Einblicke in innovative Verpflegungskonzepte

Wir besuchten beim Erfahrungsaustausch-Treffen folgende Einrichtungen:


Roomservice im Klinikum CWZ Nijmegen

In Nijmegen hat man das System der Patientenbetreuung neu organisiert.

Der Roomservice kümmert sich intensiv um das Wohl und die Wünsche der Patienten und ist auch für einfache Oberflächen Reinigungsarbeiten die Bettenaufbereitung zuständig. Das Pflegeteam kann sich voll auf die medizinischen Belange konzentrieren.

Bea Verheyen erklärt uns, wie die nicht ganz einfache Umstellung mit den Mitarbeitern geglückt ist und man aus einer von insgesamt 8 Roomservice-Küchen 80 Patienten auf zwei Stationen flexibel mit einer täglich wechselnden Auswahl an fünf Gerichten plus Diäten und Sonderkostformen versorgt. Die Menüs werden in Kombidämpfern regeneriert. Das Team von 180 Roomservice-Mitarbeitern versorgt in zwei Schichten á 6 Stunden die 500 Patienten. Der Kreißsaal wird rund um die Uhr versorgt, auf Wunsch auch mit Champagner. Anstelle von kostenaufwendiger digitaler Kommunikation steht hier der persönliche Kontakt mit dem Patienten bei Wünschen und Bestellungen im Vordergrund. Die Patienten können Ihren Roomservice-Mitarbeiter jederzeit über Telefon erreichen.

Gästehaus Reinier de Graaf in Delft

Das Gästehaus Reinier de Graaf überzeugt nicht nur durch seine tolle Architektur und lichtdurchflutete Räume. Man hat in Delft Krankenhaus ganz neu gedacht. Auch hier steht der Wunsch der Patienten - die hier Gäste heißen - im Vordergrund. Im Eingangsbereich trifft man auf eine Espressobar sowie einer Brasserie mit offener Küche und einem Shop, der einem nicht vermittelt, dass man hier in einer Klinik mit 600 Betten ist. Die Mitarbeiter werden Mittags mit Frontcooking-Angeboten in einem Ambiente á la Marché verwöhnt. Für die Versorgung der 600 Gäste auf den Zimmern hat man 16 Abteilungsküchen gebaut, von denen aus eine Auswahl von täglich 9 Gerichten plus Diäten und Sonderkostformen á la carte angeboten werden. Hier setzt man bei der Regenerierung auf Kontaktwärme.

Marfo Produktion und CreaDome

Innovation auf dem Teller entsteht hier nicht durch Zufall. Ein Team von acht, zum Teil aus der Sterneküche kommenden, Köchen setzt die Anforderungen der Kunden um.

Dabei verzichte man im Crea Dome im ersten Schritt komplett auf eine Salz- und Pfefferzugabe, um sich auf den puren Geschmack konzentrieren zu können. Warum muss eine Tomate salzig schmecken? Müsste sie dann nicht im Meer wachsen? Das Team muss die Tomatensoße daher nach Tomate schmecken. Sie arbeiten daran, künftig auch im großen Stil ohne Salz auszukommen – was dank hochwertiger Produkte gelingen kann.

Für die Umsetzung der deutschen Anforderungen hat man Steffen Mattmüller, einen deutschen GV-Profi mit Erfahrung im Care-Bereich, ins Team geholt sowie einen auf die deutsche Küche spezialisierten Koch. Dabei hat man gelernt, dass der deutsche Geschmack sich komplett vom holländischen unterscheidet. Folglich wurden alle rund 250 Menüs und Komponenten für den deutschen Markt neu aufgesetzt, dies vor allem hinsichtlich der kräftigeren Würzung und der größeren Saucenmenge.

Gelre Ziekenhuis - Apeldoorn

Gelre Krankenhaus senkt Verschwendung von Lebensmitteln um ca. 50%.

Eine Studie von UR Food & Biobased Research aus Wageningen (NL) zeigt, dass die vor Kurzem erfolgte Einführung des Speisenkonzepts 'Roomservice à la Carte‘ bei Gelre Krankenhaus die Verschwendung von Lebensmitteln um ca. 50 % gesenkt hat. Dabei hat sich die durchschnittliche Essensaufnahme pro Patient substanziell verbessert und ist in der allgemeinen Bewertung der Essensversorgung eine deutliche Verschiebung von zufrieden zu sehr zufrieden erkennbar.

Die Mahlzeiten werden 2 mal wöchentlich zentral angeliefert. Die Portionierung und Regenerierung der Menüs erfolgt in kleinen Satellit-Küchen direkt auf der Station, was kurze Bestellvorlaufzeiten für die Patienten, kurze Standzeiten der heißen Mahlzeiten und flexible Essenszeiten nach Patientenwunsch ermöglicht. In Zutphen liegt die gesamte Essensbereitung und -verteilung zudem in den Händen von geschulten Servicepersonal, das neben der Verpflegung auch für andere hauswirtschaftliche Leistungen zuständig ist und neben der Qualität der Mahlzeiten wesentlich zum Erfolg des Konzeptes beiträgt.