"Wir machen mit Liebe Bio für Mensch, Tier und Natur"
Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt seit Jahren an – auch in der Gemeinschaftsverpflegung. Deshalb hat sich der Arbeitskreis Gastronomie und Verpflegung (AK GV Köln) in Kooperation mit der Erfa-Foodservice am 21. Mai 2026 an einem Ort getroffen, an dem zahlreiche Bio-Produkte angebaut, verarbeitet und verkauft werden: im Klostergut Maria Laach in Rheinland-Pfalz. Der Besuch ermöglichte spannende Einblicke in die Bio-Landwirtschaft.
Michael Ullenbruch ist das Herz des Klosterguts Maria Laach. Er ist ein zupackender Mann mit Lachfalten an den Augen. Seine Haltung: offen. Seine Sprache: direkt. Im T-Shirt führt er die Mitglieder, Förderer und Freunde des AK GV Köln über die weitläufige Klosteranlage und kommt schnell ins Erzählen. Er spricht über die ertragreichen Böden rund um den Laacher See, über Fruchtfolgen und Kreislaufwirtschaft, und streichelt zwischendurch seine Kühe.
Der Agraringenieur ist Bio-Bauer aus Überzeugung. „Das ist mein Leben, ich kann mir das anders nicht vorstellen“, sagt er. Schon als Kind stand für ihn fest, dass er Felder bestellen will – und zwar ohne hochgiftige, chemische Düngemittel. Er träumte von einer nachhaltigen Landwirtschaft, bildete sich stetig weiter und pachtete schließlich im Jahr 2000 das Klostergut Maria Laach. Schon ein Jahr später eröffnete er den Bio-Hofladen.
Bio-Qualität vom Klostergut Maria Laach
Der Laden läuft so gut, dass er inzwischen auf 200 Quadratmeter angewachsen ist. Zahlreiche Bio-Produkte im Sortiment stammen direkt vom Klostergut, darunter Eier, Rind- und Schweinefleisch, Geflügel, Wurstwaren, Schinken, Nudeln, Mehl, Brote, Rapsöl und Apfelsaft. Hinzu kommen Felchen und Aale aus dem angrenzenden Laacher See.
„Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ganz viele Kunden bewusst zu uns kommen“, sagt Michael Ullenbruch, dessen Betrieb seit 2008 dem Bioland-Verband angehört. „Ich wollte noch strengere Richtlinien“, erklärt er. „Ich möchte auch dem Kunden zeigen, wie ernst wir das meinen mit der Natur, mit der Umwelt, mit dem Grundwasser und allem, was da dran hängt.“
Bioland fördert ökologische Landwirtschaft
Michael Ullenbruchs Schweinefleisch wird nicht nur im Hofladen verkauft, sondern auch im vier Kilometer entfernten Brauhaus der Vulkan-Brauerei serviert. Von dessen Qualität konnten sich die Teilnehmer des Arbeitskreis-Treffens beim Abendessen selbst überzeugen.
Zuvor stellte Marion Wagener den Bioland-Verband vor, der sich bereits 1971 gegründet hat. Betriebe, die eine Bioland-Zertifizierung anstreben, müssen zwar zunächst EU-Bio zertifiziert sein, die Umstellung sei aber leichter als gedacht, versichert Marion Wagener. Sie hat als Beraterin die Vulkan-Brauerei bei dem Prozess begleitet. Alle Vulkan Biere sind nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes zertifiziert.
Bioland ist in Deutschland der größte zertifizierende Verband mit rund 9.000 Erzeugern. Hinzu kommen rund 1.300 verarbeitende Betriebe, Händler und Gastronomiebetriebe. „Alle sind Teil einer Wertegemeinschaft“, sagt Marion Wagener. „Wir alle arbeiten an der Ernährungswende und an der ökologischen Wende in der Landwirtschaft. Da Bioland ausschließlich in Deutschland und Südtirol zertifiziert, können sich die Kunden immer darauf verlassen, dass sie mit Bioland-Produkten regionale Ware einkaufen.
Auf Bio umstellen: Eine Frage der Entscheidung
Die Erzeugergemeinschaft Demeter Felderzeugnisse bietet speziell für die Außerhausverpflegung eine große Auswahl an tiefgekühlten Bio-Produkten an. Adelheid Biermelin betont, dass alle Produkte streng kontrolliert werden. Sie tragen das Bioland-, Naturland- oder Demeter-Siegel. Auf Bio umzustellen, ist für Adelheid Biermelin eine Entscheidung: „Wenn man will, dann geht’s.“
Einen Verweis auf die angespannte wirtschaftliche Lage weist Adelheid Biermelin zurück. „Das sind Ausreden. Ist auch okay, ist eine Entscheidung.“ Auch das Argument, dass es gar nicht genug Bio-Produkte im Markt gebe, überzeugt sie nicht. „Wenn es die Ware noch nicht gibt, dann wird es sie nächstes Jahr oder übernächstes Jahr geben, weil jeder, der seinen Betrieb umstellt, dafür sorgt, dass vielleicht ein, zwei oder drei Hektar mehr Biolandwirtschaft betrieben wird.“
Dass Bio-Landbau funktioniert und wirtschaftlich ist, zeigt das Klostergut Maria Laach. Betriebsleiter Michael Ullenbruch hat konsequent auf Bio-Qualität gesetzt und feiert in diesem Jahr mit seinem Bio-Hofladen am Laacher See 25-jähriges Jubiläum.
Der Arbeitskreis Gastronomie und Verpflegung ist ein Netzwerk
für die Gemeinschaftsverpflegung und ermöglicht Mitgliedern und
Interessierten, sich auszutauschen und weiterzubilden.
Wann das nächste Treffen stattfindet, erfahren Sie auf akgv-koeln.de.
AK GV Köln bei LinkedIn: https://tinyurl.com/akgvkoeln